Textilkennzeichnungsgesetz

Textilkennzeichnungsgesetz

1.    Was haben Online-Verkäufer zu beachten?

Gemäß Textilkennzeichnungsgesetz sind Sie als Anbieter von Textilerzeugnissen zur Angabe der im Produkt
enthaltenen Materialien verpflichtet. Die Verpflichtung zur Angabe gilt für alle Artikel, die zu mindestens 80%
ihres Gewichtes aus textilen Rohstoffen hergestellt sind. § 5 TextilKennzG schreibt vor, dass die Angabe im
Prozentsatz des Nettotextilgewichtes zu erfolgen hat, bei Textilerzeugnissen aus mehreren Fasern in
absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils. Sollte  die Textile nur aus einem Stoff bestehen, so hat die
Angabe in 100% zu erfolgen.

2.    Wie hat die Angabe in der Produktbeschreibung zu erfolgen

§ 5 TextilKennzG schreibt vor, dass die Angabe im Prozentsatz des Nettotextilgewichtes zu erfolgen hat, bei
Textilerzeugnissen aus mehreren Fasern in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils. Wichtig dabei ist,
dass nur Bezeichnungen aus Anlage 1 des Textilkennzeichnungsgesetz  angewandt werden dürfen. Für Textilien
die nicht in der Anlage 1 aufgeführt sind, ist eine Bezeichnung entsprechend dem Rohstoff, aus dem sie sich
zusammensetzen, zu verwenden.

Anlage 1 Bezeichnung der Textilfasern:

1. "Wolle" für Fasern vom Fell des Schafes (Ovis aries). Die Bezeichnung "Wolle" darf auch zur Benennung
eines Gemischs aus Fasern von der Schafschur und aus Haaren der unter Nummer 2 aufgeführten Tiere
verwendet werden.
2. "Alpaka", "Lama", "Kamel", "Kaschmir", "Mohair", "Angora(-Kanin)", "Vikunja", "Yak", "Guanako",
"Kaschgora", "Biber", "Fischotter" mit oder ohne zusätzliche Bezeichnung "Wolle" oder "Haar" für
Haare nachstehender Tiere: Alpaka, Lama, Kamel, Kaschmirziege, Angoraziege, Angorakaninchen,
Vikunja, Yak, Guanako, Kaschgoraziege (Kreuzung zwischen Kaschmirziege und Angoraziege), Biber,
Fischotter.
3. "Haar" mit oder ohne Angabe der Tiergattung (z.B. "Rinderhaar", "Hausziegenhaar", "Roßhaar") für
Haare von verschiedenen Tieren,  soweit diese nicht unter den Nummern 1 und 2 genannt sind.
4. "Seide" für Fasern, die ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Insekten gewonnen werden.
5. "Baumwolle" für Fasern aus den Samen der Baumwollpflanze (Gossypium).
6. "Kapok" für Fasern aus dem Fruchtinneren des Kapok (Ceiba pentandra).
7. "Flachs" oder "Leinen" für Bastfasern aus den Stengeln des Flachses (Linum usitatissimum).
8. "Hanf" für Bastfasern aus den Stengeln des Hanfes (Cannabis sativa).
9. "Jute" für Bastfasern aus den Stengeln des Corchorus olitorius und Corchorus capsularis sowie
Fasern aus Hibiscus-cannabinus, Hibiscus sabdariffa, Abutilon avicenniae, Urena lobata, Urena sinuata.
10. "Manila" für Fasern aus den Blattscheiden der Musa textilis.
11. "Alfa" für Fasern aus den Blättern der Stipa tenacis-sima.
12. "Kokos" für Fasern aus der Frucht der Cocos nucifera.
13. "Ginster" für Bastfasern aus den Stengeln des Cytisus scoparius oder des Spartium junceum.
14. "Ramie" für Fasern aus dem Bast der Boehmeria nivea und der Boehmeria tenacissima.
15. "Sisal" für Fasern aus den Blättern der Agave sisalana.
16. "Sunn" für Fasern aus dem Bast der Crotalaria juncea.
17. "Henequen" für Fasern aus dem Bast der Agave Fourcroydes.
18. "Maguey" für Fasern aus dem Bast der Agave Cantala.
19. "Acetat" für Fasern aus Zellulose-Acetat mit weniger als 92 vom Hundert jedoch mindestens 74
vom Hundert acetylierter Hydroxylgruppen.
20. "Alginat" für Fasern aus den Metallsalzen der Alginsäure.
21. "Cupro" für regenerierte Zellulosefasern nach dem Kupfer-Ammoniak-Verfahren.
22. "Modal" für nach einem geänderten Viskoseverfahren hergestellte regenerierte Zellulosefasern mit
hoher Reißkraft und hohem Modul in feuchtem Zustand. Die Reißkraft (B(tief)c) in aufgemachtem Zustand
und die Kraft (B(tief)M), die erforderlich ist, um in feuchtem Zustand eine Dehnung von 5 vom Hundert zu
erzielen, sind folgende: B(tief)c (Zentinewton) >= 1,3 Wurzel aus T + 2 T / B(tief)my   (Zentinewton) >= 0,5 Wurzel
aus T wobei T die mittlere längenbezogene Masse in Dezitex ist.
23. "Regenerierte Proteinfaser" für Fasern aus regeneriertem und durch chemische Agenzien stabilisiertem Eiweiß.
24. "Triacetat" für aus Zellulose-Acetat hergestellte Fasern, bei denen mindestens 92 vom Hundert der
Hydroxylgruppen acetyliert sind.
25. "Viskose" für bei Endlosfasern und Spinnfasern nach dem Viskoseverfahren hergestellte regenerierte
Zellulosefasern.
26. "Polyacryl" für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus mindestens 85 Gewichtsprozent Acrylnitril
aufgebaut wird.
27. "Polychlorid" für Fasern aus linearen Makromoekülen, deren Kette aus mehr als 50 Gewichtsprozent chloriertem
Olefin (z.B. Vinylchlorid, Vinylidenchlorid) aufgebaut wird.
28. "Fluorfaser" für Fasern aus linearen Makromolekülen, die aus aliphatischen Fluor-Kohlenstoff-Monomeren
gewonnen werden.
29. "Modacryl" für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus mehr als 50 und weniger als 85
Gewichtsprozent Acrylnitril aufgebaut wird.
30. "Polyamid" oder "Nylon" für Fasern aus synthetischen linearen Makromolekülen, deren Kette sich wiederholende
Amidbindungen aufweist, von denen mindestens 85 vom Hundert an lineare aliphatische oder zykloaliphatische
Einheiten gebunden sind.
31. "Aramid" für Fasern aus linearen synthetischen Makromolekülen mit aromatischen Gruppen, deren Kette aus
Amid- oder Imid-bindungen besteht, von denen mindestens 85 vom Hundert direkt an zwei aromatische Kerne
gebunden sind und deren Imidbindungen, wenn vorhanden, die Anzahl der Amidbindungen nicht übersteigen dürfen.
32. "Polyimid" für Fasern aus synthetischen linearen Makromolekülen, deren Kette sich wiederholende
Imideinheiten aufweist.
33. "Lyocell" für durch Auflösungs- und Spinnverfahren in organischem Lösungsmittel hergestellte regenerierte
Zellulosefasern ohne Bildung von Derivaten.
33a. "Polylactid" für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette zu mindestens 85 Masseprozent aus
Milchsäureestereinheiten besteht, die aus natürlich vorkommenden Zuckern gewonnen werden und deren
Schmelzpunkt bei mindestens 135 Grad C liegt.
34. "Polyester" für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette zu mindestens 85 Gewichtsprozent aus dem
Ester eines Diols mit Terephtalsäure besteht.
35. "Polyäthylen" für Fasern aus gesättigten linearen Makromolekülen nicht substituierter aliphatischer
Kohlenwasserstoffe.
36. "Polypropylen" für Fasern aus linearen gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffen, in denen jeder zweite
Kohlenstoff eine Methylgruppe in isotaktischer Anordnung trägt, ohne weitere Substitution.
37. "Polyharnstoff" für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette eine Wiederkehr der funktionellen
Harnstoffgruppe (NH-CO-NH) aufweist.
38. "Polyurethan" für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette eine Wiederkehr der funktionellen
Urethangruppen aufweist.
39. "Vinylal" für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus Polyvinylalkohol mit variablem
Acetalisierungsgrad aufgebaut wird.
40. "Trivinyl" für Fasern aus drei verschiedenen Vinylmonomeren, die sich aus Acrylnitril, aus einem chlorierten
Vinylmonomer und aus einem dritten Vinylmonomer zusammensetzen, von denen keines 50 vom Hundert der
Gewichtsanteile ausweist.
41. "Elastodien" für elastische Fasern, die aus natürlichem oder synthetischem Polyisopren bestehen und die
unter Einwirkung einer Zugkraft um die dreifache ursprüngliche Länge gedehnt, nach Entlastung sofort wieder
nahezu in ihre Ausgangslage zurückkehren.
42. "Elasthan" für elastische Fasern, die aus mindestens 85 Gewichtsprozent von segmentiertem Polyurethan
bestehen und die unter Einwirkung einer Zugkraft um die dreifache ursprüngliche Länge gedehnt, nach
Entlastung sofort wieder nahezu in ihre Ausgangslage zurückkehren.
43. "Glasfaser" für Fasern aus Glas.
44. "Metall" ("metallisch", "metallisiert"), "Asbest", "Papier" mit oder ohne Zusatz "Faser" oder ohne Zusatz
"Faser" oder "Garn" als Beispiel für Fasern aus verschiedenen und neuartigen Stoffen, die vorstehend nicht
aufgeführt sind.
45. "Elastomultiester" für Fasern, die durch die Interaktion von zwei oder mehr chemisch verschiedenen
linearen Makromolekülen in zwei oder mehr verschiedenen Phasen entstehen (von denen keine 85 %
Gewichtsprozent übersteigt), die als wichtigste funktionale Einheit Estergruppen enthält (zu mindestens
85 %) und die nach geeigneter Behandlung nach einer Dehnung um die anderthalbfache ursprüngliche
Länge sofort wieder nahezu in ihre Ausgangslage zurückkehrt, wenn sie entlastet wird.
46. "Elastolefin" für Fasern aus mindestens 95 Gewichtsprozent Makromolekülen, zum Teil quervernetzt,
zusammengesetzt aus Ethylen und wenigstens einem anderen Olefin und die unter Einwirkung einer
Zugkraft um die anderthalbfache ursprüngliche Länge gedehnt, nach Entlastung sofort wieder nahezu in
ihre Ausgangslage zurückkehren.
47. "Melamin" für Fasern, die zu mindestens 85 Massenprozent aus vernetzten Makromolekülen aus
Melaminderivaten bestehen.